Offshore-Leaks- mehr als 100.000 Deutsche betroffen

Nachdem verschiedene Medien in den letzten Tagen vermehrt über ausgewerteten Daten von Gründungen und der Verwaltung von Trusts an Offshore-Finanzplätzen berichteten, ist die Verunsicherung in Deutschland groß. Flächendeckend sollen laut Medienberichten mehr als 100.000 Deutsche Gelder an verschiedenen Finanzplätzen vor den deutschen Steuerbehörden verbergen.

 

Die Ermittlungsbehörden rechnen dementsprechend mit einem vermehrten Aufkommen von Selbstanzeigen in den kommenden Wochen. Über die Selbstanzeige kann über den persönlichen Strafaufhebungsgrund des § 371 Abs. 1 AO einer Bestrafung wegen Steuerhinterziehung entgangen werden. Die Hürden hierfür sind allerdings durch das Urteil des BGH vom 20. Mai 2010 sehr hoch gesetzt worden, da nicht nur über der Entdeckung drohenden Gelder informiert werden muss, sondern ausschließlich eine Offenlegung sämtlicher versteckter Gelder zur Straffreiheit führt.

 

Zwar sperren sich die Medien noch, ihre Quellen preiszugeben. Auch wenn von Seiten der Ermittlungsbehörden und der Politik der Druck wachsen wird, ist anzunehmen, dass die Medien auf ihrer Pressefreiheit und dem Informanten-Schutz beharren werden. Ankündigungen, wie von dem bayerischen Finanzminister Dr. Söder, welcher nun die „Sonderkommission schwerer Steuerbetrug“ personell verdoppeln möchte (bislang gehörten 50 Steuerbeamte der Sondereinheit an, welche die Steuerflucht ins Ausland eindämmen soll), könnten aber zur Folge haben, dass auf anderem Wege die brisanten Informationen erlangt werden könnten. Denn die Möglichkeit, dass Verdächtige innerhalb einer Vernehmung die Steuerfahndung auf weitere Spuren bringt, besteht immer.

 

Rechtsanwalt Thomas M. W. Buschner von der Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH rät deswegen, vorhandenes Vermögen innerhalb eines Trusts durch einen Spezialisten überprüfen zu lassen, um die Möglichkeit einer Selbstanzeige gegebenenfalls noch wahren zu können.