Rückabwicklung beim Pferdekauf

Kauft man ein krankes Tier, so kann dieses Geschäft im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften auch ohne Verschulden des Verkäufers rückabgewickelt werden. Begehrt der Käufer daneben Schadensersatz, so muss ein Verschulden des Verkäufers vorliegen.

Immer wieder erscheinen Mandanten, denen die erste Freude über einen Pferdekauf dadurch genommen wird, dass sich das Tier nach dem Kauf als krankes Tier herausstellt. Sodann ist der Ärger groß, insbesondere, wenn der Verkäufer sich von einem Verschulden befreit und er von einer Krankheit nichts wusste.

Litt das Pferd jedoch beim Verkauf unerkannt an einer Krankheit, deren Symptome sich innerhalb von sechs Monaten zeigen, so kann der Käufer den Kauf rückabwickeln, auch wenn den Verkäufer kein Verschulden trifft. Lediglich Schadensersatz erhält der Käufer nur dann, wenn den Verkäufer ein Verschulden trifft.

Dies bestätigte auch das Landgericht Coburg (Az. 23 O 386/11) in einem Fall, bei dem das im Winter erworbene Pferd erst im Frühjahr beim Verkäufer aufgrund von  häufigem Stolpern bemängelt wurde. Der Käufer führte dieses Stolpern zunächst auf seine mangelnde Reitkunst zurück, nachdem dies jedoch auch bei erfahrenen Reitern festzustellen war, wurde dieses Verhalten dem Verkäufer kundgetan und die Rückabwicklung des Kaufs verlangt. Der Verkäufer berief sich darauf, dass kein Mangel zum Zeitpunkt des Kaufs vorgelegen habe.

Das Landgericht Coburg stellte mit der Hilfe eines Sachverständigen fest, dass das Pferd an einer Erkrankung der beiden vorderen Hufrollen litt. So dass auch die Tatsache, dass sich deutliche Symptome erst nach dem Kauf zeigten, nichts an der bereits zum Kaufzeitpunkt bestehenden Krankheit änderte.  Da der Verkäufer vorliegend als Unternehmer zu behandeln war, wendete das Gericht § 476 BGB an. Nach dieser Vorschrift wird vermutet, dass ein Mangel, der sich innerhalb von sechs Monaten nach der Übergabe der Sache zeigt, bereits bei der Übergabe vorhanden war.

Eine Rückabwicklung des Kaufs ist demnach auch ohne Verschulden des Verkäufers möglich. Lediglich für einen Schadensersatz, etwa für die tierärztlichen Behandlungskosten sowie die Unterbringungskosten des Pferdes, hätte der Verkäufer den Mangel erkennen müssen.

Sollten Sie ebenfalls Probleme mit einem Pferdekauf haben, so stehen wir Ihnen jederzeit gerne für eine Beratung und die Entwicklung einer passenden Verfahrensstrategie zur Verfügung.