Mangelfreiheit eines Pferdes als Beschaffenheit

1. Die Erklärung eines Pferdeverkäufers im schriftlichen Kaufvertrag, dass ein Pferd nicht an verdeckten Mängeln oder Verletzungen oder Krankheiten leide, beinhaltet eine Beschaffenheitsvereinbarung.

2. §  476 BGB gilt beim Tierkauf nicht uneingeschränkt.

Sachverhalt:
Der Kl., ein Hobby-Fahrer, kaufte bei der Bekl., welche eine Pferdezucht betreibt, schwere Warmblutpferde, welche er für das Gespannfahren benötigte. Die Parteien streiten darum, ob der Kl. zwei oder drei Pferde kaufte. Unter den Pferden befand sich das vier Jahre alte Fahr-Pferd U, das … Euro kostete. Im schriftlichen Kaufvertrag versicherte die Bekl., dass das Pferd keine verdeckten Mängel oder Verletzungen aufweist und an keiner Krankheit leidet. Der Kl. holte das Pferd am 29. 11. 2006 ab und bezahlte den Kaufpreis. Im Januar 2007 verkaufte er es an einen Dritten weiter, von welchem er das Tier zurücknahm, nachdem der Käufer gegenüber dem Kl. Mängel gerügt hatte. Am 24. 2. 2007 wurde das Pferd auf Veranlassung des Dritten bei dem Zeugen K, einem Tierarzt, untersucht, welcher Röntgenaufnahmen fertigte und eine arthrotische Veränderung an dem linken Vorderbein und daraus resultierend eine Lahmheit des Pferdes diagnostizierte; das Pferd sei deshalb zur Ausübung des Fahrsports ungeeignet. Nachdem die Bekl. eine Aufforderung des Kl., sich wegen der festgestellten Mängel mit ihm in Verbindung zu setzen, unbeachtet gelassen hatte, erklärte der Kl. mit Schreiben seiner Prozessbevollmächtigten vom 11. 5. 2007 den Rücktritt vom Kaufvertrag. Mit seiner Klage begehrt der Kl. unter anderem Rückzahlung des Kaufpreises und Schadensersatz.

Das LG hat der Klage stattgegeben. Die Berufung der Bekl. hatte Erfolg.