Wölbern bereits seit 2009 in Schieflage?

Im Strafprozess gegen den ehemaligen Chef der Wölbern Investment, Herrn Heinrich Maria Schulte, kommen nach Medienberichten neue Details ans Licht. Nach einer Zeugenaussage sieht es danach aus, als habe sich das Investmenthaus bereits seit 2009 in Schieflage befunden.

 

Wie die Medien berichten, wurde am Freitag ein ehemaliger Finanzmanager des Hauses mehrere Stunden im Strafprozess gegen Herrn Heinrich Maria Schulte als Zeuge gehört.

 

Seit 2009 gab es laut dem Zeugen finanzielle Schwierigkeiten uns es wurde ein Sanierungsgutachten angefertigt. Weiter berichtete er, dass Wölbern sich 2009 von einer Aktiengesellschaft  in eine Kommanditgesellschaft verwandelt habe, weil in dieser Rechtsform weniger strenge Veröffentlichungspflichten bestehen.

 

Als Maßnahme gegen die finanziellen Engpässe wurde ein sogenannter Cashpool  im Jahr 2011 eingeführt, mit dem sich das Management der Fonds an den jeweiligen Anleger-Fonds bedienen konnte. Dieser Cashpool wurde später als Liquiditätsmanagement bezeichnet.

 

Mit diesem System soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Betrag von 147 Millionen Euro aus den Fonds abgeflossen sein. Der ehemalige Chef hat diese Vorwürfe nach Medienberichten stets bestritten.

 

Nach anderen Medienberichten, sind die Immobilien der Wölbern Fonds in einem schlechten Zustand und der Markt schwach. Die Aussichten der Anleger seien daher schlecht. Insbesondere bei den älteren Fonds sind die Chancen der Anleger, ihre Investitionen zurück zu erhalten, schlecht aus. Seit 2012 gab es nach diesen Berichten keine Ausschüttungen mehr. Stattdessen wurden erhebliche Gebühren unter anderem an Anwälte und Berater gezahlt, so dass einzelne Versammlungen immens teuer abgehalten wurden.

 

Das Investmenthaus Wölbern hat ca. 97 Fonds aus dem Bereich Private Equity bzw. Real Estate aufgelegt. Betroffen könnten damit rund 40.000 Anleger sein.

 

Was sind geschlossene Fonds?


Geschlossene Fonds werden nicht an einer Börse gehandelt. Die Anleger können nur im Platzierungszeitraum in den Fonds investieren, danach wird dieser geschlossen und der Anleger wird Unternehmer.

 

Die häufigsten Vertreter bei geschlossenen Fonds sind Schiffsfonds, Immobilienfonds, Unternehmensbeteiligungsfonds, Fonds in erneuerbare Energien sowie Film- oder Medienfonds.

 

Ungeeignetheit von geschlossenen Fonds für Privatleute:


Ganz allgemein ist der Vertrieb von geschlossenen Fonds an private Anleger äußerst bedenklich. Die Anleger werden in der Regel nicht über das Risiko eines Totalverlustes sowie die mangelnde Handelbarkeit dieser Fonds aufgeklärt. So investieren private Anleger zum Aufbau ihrer eigenen Altersvorsorge immer wieder ihr angehäuftes Vermögen in diese für diesen Zweck völlig ungeeigneten Produkte, weil es ihnen von den Beratern empfohlen wird.

 

Die Prüfung von möglichen Ansprüchen ist daher angeraten:


Die Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH rät daher allen betroffenen Anlegern, ihre Investments in geschlossene Fonds von auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwälten überprüfen zu lassen, bevor die Investition endgültig verloren ist.