Unicredit HypoVereinsbank - wie viele Kunden sind wirklich betroffen?

Die Hypo Vereinsbank kommt nicht aus den Schlagzeilen und auch nicht mehr aus den Gerichten im Zusammenhang mit diversen Swapgeschäften. Die Zahl der Betroffenen muss in die Tausenden gehen. Ohne Schaden kommen allerdings nur die Kunden davon, welche sich wehren.

Die Klagewelle der Kunden gegen die Hypo Vereinsbank wegen diverser Swapgeschäfte nimmt kein Ende.

"Jede Woche kommen neue geschädigte Kunden aus ganz Deutschland hinzu. Am Anfang dachten wir, es handelt sich um wenige Einzelfälle. Zwischenzeitlich scheint es sich um einen der größten Bankenskandale Deutschlands zu handeln. Das derartig spekulative Geschäfte an die breite Masse der HypoVereinsbank Kunden verkauft worden ist, ist auch für uns unvorstellbar." so Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold aus der Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

Als wenn diese Tatsache nicht genug wäre, zeigt das Verhalten der Bank bis heute keinerlei Einsehen. Es kann nur noch als Taktik gesehen werden, dass man nur die Kunden von ihrem Schaden befreit, welche sich gerichtlich wehren. Überdies werden ganze Truppen von Bankmitarbeitern durch die Lande geschickt. um die Kunden ruhig zu stellen. Dabei werden immer wieder für den Kunden ungünstige Vereinbarungen getroffen, um die Angelegenheit im Stillen zu beenden. Den Kunden wird dabei schlichtweg die Unwahrheit zum Thema Verjährung gesagt, nur damit diese schnell eine Auflösungsvereinbarung mit Abgeltungsklausel unterschreiben.

Rechtlich sieht es hingegen ganz anders aus. Die Gerichte verurteilen die HypoVereinsbank in den meisten Fällen. Das Landgericht München hat bereits entschieden, dass eine Verjährung nicht greift, weil die Bank hier vorsätzlich falsch beraten hat. Die Beweislast, dass kein Vorsatz vorliegt, obliegt der Bank.

Dank dem Hinweis des 5. Senats des Oberlandesgerichts in München, hat nunmehr auch die zweite Instanz deutliche Regeln aufgestellt in Sachen Swaps.

Das Gericht geht von einem Glücksspiel aus und auf dieses hätte die Bank hinweisen müssen.

Betroffenen Kunden wird daher empfohlen, keine Vereinbarungen mit der Bank ohne Rechtsbeistand zu unterschreiben und ihre Unterlagen überprüfen zu lassen.