Prokon: vereinbarter Nachrang der Genussrechte unwirksam, Zeitlicher Ablauf des Insolvenzverfahrens steht fest

Mit Beschluss vom 01. Mai 2014 hat das Amtsgericht Itzehohe das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Prokon Regenerative Energien GmbH eröffnet. Dr. Dietmar Penzlin wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. Dieser gab Einzelheiten zum Verfahren bekannt.

 

Wie der Insolvenzverwalter ausführt, müssen derzeit noch keine Forderungen angemeldet werden. Die Gläubiger werden bis voraussichtlich Mitte Juli diesen Jahres ein Schreiben des Insolvenzverwalters erhalten, dem ein individuelles Formular zur Anmeldung beigelegt sein wird.

 

Die Frist zur Anmeldung der Forderungen wurde vom Amtsgericht Itzehohe bis zum 15. September 2014 festgesetzt.

 

Des Weiteren wurden vom Insolvenzverwalter folgende Informationen herausgegeben:

 

1. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gelten alle Genussrechte als fällig und müssen daher nicht gesondert gekündigt werden.

 

2. Prokon hat Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Lieferanten etc. von rund EUR 75 Millionen.

 

3. Daneben bestehen gegenüber den Genussrechtsinhabern Verbindlichkeiten in Höhe von

EUR 1,444 Milliarden.

 

4. Die vereinbarte Nachrangigkeit der Genussrechte ist nach Gutachten unwirksam und die Genussrechte werden daher aller Voraussicht nach als normalrangige Forderungen eingestuft.

 

5. Nach bisheriger Schätzung gilt eine Quote von 30 bis 60% als realistisch.

 

6. Am 22. Juli 2014 findet eine Gläubigerversammlung in Hamburg statt.

 

7. Auf dieser wird auch darüber abgestimmt, ob die Gläubiger den Insolvenzverwalter mit der Erstellung eines Insolvenzplans beauftragen.

 

8. Mit Zahlungen ist nicht vor 2015 zu rechnen.

 

Erste Einschätzung:


Im Vergleich zu anderen Insolvenzen wird die Quote bei Prokon voraussichtlich relativ hoch für die geschädigten Anleger ausfallen. Nichtsdestotrotz wird ein herber Verlust bleiben, so dass die Prüfung weiterer Ansprüche durch einen auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwalt empfehlenswert ist.

 

Die Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH sah die Genussrechtsbedingungen von Anfang an als unwirksam an. Dieser Meinung haben sich auch die Gutachten und der Insolvenzverwalter angeschlossen. Damit gelten die Genussrechtsforderungen nicht mehr als nachrangig, was nun auch allen Genussrechtsgläubigern zu Gute kommt.

 

Die Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH ist seit 11 Jahren darauf spezialisiert Anlegern ihre Ansprüche zu sichern.