Privatkunden wehren sich gegen Swap Geschäfte deutscher Banken

Immer mehr Privatkunden verschiedener Banken in Deutschland wehren sich gegen die Verluste aus Swap Geschäften

Hintergrund ist das aus März 2011 stammende BGH Urteil gegen die Deutsche Bank bei dem einem mittelständischen Unternehmen ca. 500.000,00 Euro Schaden entstanden sind. Der BGH urteilte hier sehr deutlich, dass diese Art von Geschäft nicht ohne weiteres einem Kunden verkauft werden darf und es vielleicht sogar besser wäre als Bank zu sagen: "Lieber Kunde, lass die Finger von einem solchen Geschäft."

Auch das Landgericht München I vertritt diese Auffassung und sieht das Problem generell in dem Vertrieb an Privatpersonen. Nur wenn eine Aufklärung dahingehend erfolgt wäre, dass die Kunden "Haus- und Hof" verlieren könnten, wäre ein solches Geschäft vielleicht möglich.

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold, der Kunden gegen fast alle Banken in Deutschland vertritt, meint dazu: "Die Gerichte regeln hier etwas, was der Gesetzgeber seit Jahren toleriert. Privatkunden werden bei Banken Produkte verkauft, bei denen ausschließlich die Gewinnmaximierung der Banken im Vordergrund steht."

Dabei geben einzelne Banken in der Korrespondenz offen zu, dass sie bei Cross Currency Swaps beispielsweise das unbegrenzte Verlustrisiko beim Verkauf kannten. Dies wäre angeblich aber so theorethischer Natur gewesen, dass eine Aufklärung von vornherein unterlassen wurde.

Leipold meint dazu:

" Diese Aussage zeigt auf, dass die Banken hier bewusst den Kunden in ein hochriskantes Geschäft gebracht haben. Das Interesse des Kunden kann hier nicht im Vordergrund gestanden haben."

Die Gerichte sprechen in ihren Urteilen eine eigene Sprache und entscheiden derzeit jedenfalls zu Gunsten der Bankkunden und geben damit das unendliche Verlustrisiko zurück an die Bank.