Hat der Libor Skandal Auswirkungen auf Swapverträge deutscher Banken?

Bis dato hatten die deutschen Banken wie beispielsweise HypoVereinsbank, Deutsche Bank, Commerzbank, Sparkassen und DZ Bank wenig Freude an ihren Swapverträgen. Nun ziehen weitere Wolken am Himmel auf, welche den betroffenen Banken ernsthafte Probleme bereiten dürften. 

Durch den immer größer werdenden Libor Skandal, werden die Probleme der Banken auch im Zusammenhang mit den ohnehin umstrittenen Swapverträgen noch größer. Bis dato argumentierten die betroffenen Banken bei den einfacheren Zinsswaps (Payer Swaps) immer damit, dass es sich um extrem einfache Produkte handeln würde und diese nur zur reinen Zinssicherung dienen würden.

Dies mag im Ansatz richtig sein, ist aber spätestens durch die Manipulation des oft als Basis in diese Verträge eingearbeiteten Libor Zinssatzes kein Argument mehr. Im Gegenteil, durch die Möglichkeit der Manipulation des Referenzzinssatzes hat die beratende Bank eine entsprechende Hinweispflicht darauf, dass sich ein solches Szenario abspielen kann. Hat die beratende Bank dies nicht getan, hat der Kunde einen Anspruch auf Rückabwicklung der Geschäfte.

Im Falle einer Rückabwicklung ist der Kunde so zu stellen, als wenn er den Vertrag nie abgeschlossen hätte. Durch diese neue Möglichkeit können betroffenen Bankkunden von Zinsswaps oder auch sogenannten PayerSwaps nicht nur Zahlungen aus einer entsprechenden Manipulation abgeben, sondern auch die gerade in den vergangenen Jahren ungünstige Marktentwicklung und die damit verbundenen Verluste in Form von Zinszahlungen an die Bank zurück geben.

So haben die Banken nicht nur ein Schaden aus der Manipulation des Libor Zinssatzes, sondern ihren Kunden auch eine neue Möglichkeit geschaffen die unliebsamen und verlustbringenden Geschäfte wieder an die entsprechenden Banken zurück zu geben.

Betroffenen Bankkunden wird daher empfohlen, ihre Unterlagen von spezialisierten Rechtsanwälten prüfen zu lassen.