Gothaer Versicherung in Infinus Anlegerskandal verwickelt?

Die Dresdner Firmengruppe Infinus soll nach neuesten Medienberichten über interne Geschäfte mit der Gothaer Versicherung ihre Bilanzen geschönt haben. Damit wäre es bereits das dritte Versicherungsunternehmen, das im Rahmen des Anlegerskandals in den Fokus der Berichterstattung gerät.

 

Nach dem österreichischem Versicherer Uniqa und der Wiener Städtischen Versicherung ist die Kölner Gothaer schon das dritte Versicherungsunternehmen, das im Rahmen des Infinus Anlegerskandals durch angebliche Deals mit der Infinus Gruppe in die Schlagzeilen gerät.

 

Wie das Handelsblatt heute berichtet, soll auch die Kölner Gothaer Versicherung in den Skandal um die Infinus Gruppe verwickelt sein.

 

Unternehmen der Infinus Gruppe sollen beträchtliche Lebensversicherungen mit der Gothaer abgeschlossen haben, als versicherte Personen wurden angeblich Manager der Infinus oder ihnen nahe stehende Personen eingetragen.

 

Teilweise sollen beträchtliche Versicherungsbeträge in einer Größenordnung von EUR 75.000,00 bis EUR 250.000,00 Monat für Monat an die Gothaer geflossen sein, laut der Gothaer, „um damit ein Versorgungswerk für erfolgreiche Mitarbeiter der Infinus aufzubauen und die Bindung der Makler an die Unternehmensgruppe zu verstärken.“

 

Die Wirklichkeit scheint nach Medienberichten möglicherweise anders auszusehen:

 

Die Gothaer Versicherung überwies für die Vermittlung der Policen Provisionen an die Unternehmen der Infinus Gruppe. Bei den beträchtlichen Monatsbeträgen der Versicherungspolicen dürfte sich eine „marktübliche Courtage“ des Versicherers im unteren Millionenbereich bewegt haben.

 

Die Staatsanwaltschaft Dresden geht nun einem Verdacht nach, wonach die Infinus die immensen Versicherungsbeiträge eine Zeit lang mit den von der Gothaer erhaltenen Provisionen bedient haben soll und – als diese aufgebraucht waren – die Policen beliehen haben soll, um die Beiträge weiter zu bedienen. Anschließend, nach Ablauf der Provisionsstornozeit, sollen die Versicherungsverträge wieder gekündigt worden sein, ohne dass die Infinus die erhaltenen Provisionen zurückführen musste.

 

Das alles sei laut Staatsanwaltschaft mit dem Ziel geschehen, die Bilanzen der Infinus Gruppe zu schönen.

 

Diese tadellosen Bilanzen bewogen zahllose Anleger dazu, ihr Kapital beispielsweise in Orderschuldverschreibungen der Infinus-Mutter Future Business KG aA anzulegen.

 

18 Unternehmen der Infinus Gruppe haben seit November des letzten Jahres Insolvenz angemeldet, gegen die Manager des Finanzdienstleisters ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden unter anderem wegen Anlagebetrugs, fünf Manager der Infinus befinden sich seit November 2013 in Untersuchungshaft. Die Verantwortlichen sollen Anleger mit Hilfe von aufpolierten Bilanzen und einem Schneeballsystem um Millionenbeträge gebracht haben.

 

Nach den zahlreichen Insolvenzen der Infinus Gruppe, fürchten diese Anleger den endgültigen Verlust ihres Geldes.

 

Betroffenen Anlegern empfiehlt die Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH daher, ihre Unterlagen von auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwälten prüfen zu lassen, um mögliche Wege aufzuzeigen, wieder an das angelegte Geld zu gelangen.