Gerichtsprozess des ehemaligen Wölbern Invest Chefs vor dem Hamburger Landgericht hat begonnen – Hoffnung für geschädigte Anleger?

Der frühere Chef der Wölbern Invest, Heinrich Maria Schulte ist wegen gewerbsmäßiger Untreue angeklagt. Der Prozess startete am gestrigen Montag vor dem Hamburger Landgericht.

 

Wie die Medien berichten, wies er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und sagte am heutigen Tage, er habe sich  weder privat bereichern noch Anleger vorsätzlich schädigen wollen.

 

Ihm wird gewerbsmäßige Untreue in 360 Fällen vorgeworfen, in denen er angeblich Millionen Euro aus verschiedenen Fonds abgeschöpft haben soll.

 

Im September 2013 hatten Polizei und Staatsanwaltschaft umfangreich Räumlichkeiten durchsucht und den jetzt Angeklagten in Untersuchungshaft genommen. 

 

Das Investmenthaus hat ca. 97 Fonds aus dem Bereich Private Equity bzw. Real Estate aufgelegt. Betroffen sind rund 35.000 Anleger mit einer Investitionssumme von knapp einer Milliarde Euro. Investiert wurde das Geld hauptsächlich in geschlossene Fonds.

 

 

Was sind geschlossene Fonds?


Geschlossene Fonds werden nicht an einer Börse gehandelt. Die Anleger können nur im Platzierungszeitraum in den Fonds investieren, danach wird dieser geschlossen und der Anleger wird Unternehmer.

 

Die häufigsten Vertreter bei geschlossenen Fonds sind Schiffsfonds, Immobilienfonds, Unternehmensbeteiligungsfonds, Fonds in erneuerbare Energien sowie Film- oder Medienfonds.

 

 

Ungeeignetheit von geschlossenen Fonds für Privatleute:


Ganz allgemein ist der Vertrieb von geschlossenen Fonds an private Anleger äußerst bedenklich. Die Anleger werden in der Regel nicht über das Risiko eines Totalverlustes sowie die mangelnde Handelbarkeit dieser Fonds aufgeklärt. So investieren private Anleger zum Aufbau ihrer eigenen Altersvorsorge immer wieder ihr angehäuftes Vermögen in diese für diesen Zweck völlig ungeeigneten Produkte, weil es ihnen von den Beratern empfohlen wird.

 

 

Die Prüfung von möglichen Ansprüchen ist daher angeraten:


Die Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH rät daher allen betroffenen Anlegern, ihre Investments in geschlossene Fonds von auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwälten überprüfen zu lassen, bevor die Investition endgültig verloren ist.