Future Business Orderschuldverschreibungs - gläubigerversammlung vorläufig ausgesetzt

Am Dienstag, den 13. Mai 2014 fand in Dresden die Gläubigerversammlung der Orderschuldverschreibungsgläubiger der Future Business KG aA im Rahmen des Insolvenzverfahrens des Konzerns der Infinus Gruppe statt. Doch zu einer Abstimmung über die angesetzten Entscheidungen kam es nicht.

 

Da die Veranstalter nicht mit einem solch großen Ansturm von Gläubigern gerechnet hatten, begann die Versammlung mit einer ca. zweieinhalbstündigen Verspätung. Viele hundert Gläubiger mussten im Regen vor der Dresdener Messehalle warten, bevor ihnen Einlass gewährt wurde.

 

In einem kurzen einleitenden Bericht informierte Insolvenzverwalter Dr. Kübler über den derzeitigen Stand des Verfahrens.

 

Dr. Kübler berichtete zunächst von dem Geschäftsmodell der Future Business, das im Wesentlichen daraus bestand, die Gelder der Anleger in Lebensversicherungen und Goldsparpläne zu investieren. Die hierbei von Dritten an die Infinus Gruppe bezahlten verdeckten Provisionen soll der Konzern laut Dr. Kübler vereinnahmt haben, ohne dies den Anlegern offen zu legen. Die so geschönten Bilanzen des Konzerns haben viele Anleger dazu verleitet, ihr Kapital bei der Future Business anzulegen. Auch die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer der Future Business sollen an diesen Machenschaften beteiligt gewesen sein.

 

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat im Rahmen ihrer Ermittlungen gegen den Konzern ca. 1300 Umzugskartons an Akten beschlagnahmt und arbeitet fieberhaft an einer vollumfänglichen Aufklärung und Aufdeckung des „Schneeballsystems“, das Tausende Anleger um ihr Geld gebracht haben soll.

 

Weiter gab Insolvenzverwalter Dr. Kübler bekannt, dass weiter mit einer Quote von ca. 20 % gerechnet wird. Da die geschönten Bilanzen derzeit gerichtlich angegriffen werden, rechnet er unter anderem mit erheblichen Steuerrückzahlungen, die die Insolvenzmasse erhöhen und somit den geschädigten Gläubigern zu gute kommen würden. Mit einer Ausschüttung sei allerdings nicht vor dem Jahr 2015 zu rechnen, so Kübler.

 

Im Rahmen der Gläubigerversammlung sollte darüber entschieden werden, ob sich die Orderschuldverschreibungsgläubiger der Future Business KG aA im Rahmen des Insolvenzverfahrens von einem so genannten gemeinsamen Vertreter vertreten lassen wollen.

 

Zur Wahl standen eigentlich insgesamt vier Kandidaten: Rechtsanwalt Christian Gloeckner, Rechtsanwalt Klaus Nieding, Klaus Rotter und Heinz O. Steinhübel. Zu der geplanten Abstimmung kam es aber am vergangenen Dienstag jedoch nicht mehr.

 

Insolvenzverwalter Dr. Kübler betonte zwar, dass ein gemeinsamer Vertreter vorteilhaft für die Gläubiger sei, weil er ihre Interessen bündeln könne, allerdings störten sich die Gläubiger und eine Vielzahl ihrer Vertreter daran, dass ein solcher gemeinsamer Vertreter aus der Insolvenzmasse bezahlt werden muss. Um welchen Betrag die Insolvenzmasse und somit das verbleibende Geld der Gläubiger hierdurch geschmälert wird, konnte im Rahmen der Veranstaltung nicht bekannt gegeben werden.

 

Ebenso gerügt wurde, dass die Einladung des Insolvenzverwalters missverständlich ausgedrückt war und bei zahlreichen Gläubigern der Eindruck entstand, es gäbe keine andere Option, als Rechtsanwalt Gloeckner zum gemeinsamen Vertreter zu wählen.

 

Auch wegen zahlreicher organisatorischer Missstände wurde die Gläubigerversammlung nach zahlreichen Befangenheitsanträgen der anwesenden Vertretern ausgesetzt, ohne dass es zu einer Entscheidung über die Wahl eines gemeinsamen Vertreters kam.

 

Ein neuer Termin soll nun vom Insolvenzgericht bestimmt werden.

 

Die Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH wird auch bei dieser Gläubigerversammlung wieder vor Ort die Interessen der Mandanten wahrnehmen.

 

Neben den Ansprüchen aus den jeweiligen Insolvenzverfahren stehen geschädigten Anlegern möglicherweise noch Schadensersatzansprüche gegen Dritte zu.

 

Da die Quote in diesem Insolvenzverfahren mit rund 20% nur einen kleinen Teil des Schadens abdecken wird, ist die Prüfung dieser weiteren möglichen Schadensersatzansprüche durch auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Rechtsanwälte empfehlenswert.

 

Die Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH ist seit 11 Jahren darauf spezialisiert Anlegern ihre Ansprüche zu sichern.