Die „Freunde von Prokon“ – ein Weg zur Rettung des insolventen Unternehmens?

„Freunde von Prokon“ nennt sich ein Verein, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, das insolvente Ökostromunternehmen Prokon zu retten. Was ist von den Plänen des Vereins zu halten?

 

Insgesamt ca. 75.000 Genussrechteinhaber fürchten seit der Insolvenz den Totalverlust ihres investierten Kapitals, rund 3,4 Milliarden Euro. In der Vergangenheit wurden die versprochenen Renditen von bis zu 8 % vermutlich zumindest teilweise über andere Anteilseigner finanziert, weil diese ohne ein „Schneeballsystem“ nicht mehr ausgeschüttet werden konnten. Nun steht voraussichtlich im Mai die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Prokon bevor, die Gläubigerversammlung soll laut Presseberichten im Juni stattfinden.

 

Der Verein „Freunde von Prokon“ und sein Vorsitzender Wolfgang Siegel haben es sich auf die Fahnen geschrieben, das insolvente Unternehmen umzuwandeln und so zu retten. Sie wollen unbedingt verhindern, dass bestehende Windkraftanlagen verkauft werden. Der „Rettungsplan“ des Vereins sieht vor, mindestens 51 % der Genussrechtsinhaber hinter sich zu versammeln und so auf der anstehenden Gläubigerversammlung die Oberhand zu haben. Deswegen wirbt der Verein auch durch Anzeigen in Zeitungen für sein Unterfangen. Das Unternehmen Prokon soll dann entweder als GmbH, als AG oder als Genossenschaft weiter geführt werden. Präferiert wird der Ansatz, Prokon als Genossenschaft weiter zu führen.

 

Ein Unterfangen, das sich in Anbetracht der aktuellen Situation als sehr aussichtslos darstellt. Um sein Ziel zu erreichen, müsste der Verein täglich 300 neue Mitglieder für sich gewinnen. Wie die Genussrechte der Anleger in der Zukunft in Genossenschaftskapital umgewandelt  werden soll, ließ der Verein bislang auch offen. Außerdem sollen die Schulden der Prokon durch weiteres Kapital der Anleger beglichen werden. Es bleibt höchst fraglich, ob die geprellten Anleger wirklich bereit sind, in ein insolventes Unternehmen weiteres Kapital zu pumpen und ein erhebliches Risiko einzugehen.

 

Dem Verein geht es nach eigener Aussage auch darum, die Idee hinter Prokon zu retten. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich die „Freunde von Prokon“ auch von Ex-Prokon Chef Rodbertus getrennt, hauptsächlich, weil dieser für eine Prokon Genossenschaft ohne Mitspracherechte und Mitbestimmung der ehemaligen Anleger plädierte. Auch mit seinen leeren Versprechungen im Jahre 2013, als sich die Pleite bereits abzeichnete, dass das eingesetzte Kapital der „Freunde von Prokon“ sicher sei, machte sich Rodbertus bei den Vereinsmitgliedern und Anlegern immer unbeliebter.

 

Betroffenen Anlegern empfiehlt die Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH sich nicht von den Plänen des Vereins blenden zu lassen und sich von einem auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwalt hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise und möglicher Schadensersatzansprüche beraten zu lassen.

 

Die Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH ist seit 11 Jahren darauf spezialisiert Anlegern ihre Ansprüche zu sichern.